Materialien

    DAS PERFEKTE MATERIAL FÜR DEIN INDIVIDUELLES SCHMUCKSTÜCK

    Auf dieser Seite möchte ich Dir ein paar Informationen zu den verschiedenen Materialien geben, mit denen ich als Goldschmiedin arbeite. Alles, was Du hier findest, soll Dir als umfassender und ehrlicher Wegweiser bei der Auswahl des richtigen Materials dienen. Sollten Dir am Ende immer noch Fragen bleiben, scheue Dich nicht, einen Termin für ein persönliches Beratungsgespräch mit mir auszumachen.

    Kleiner Hinweis: Die Farben können von Bildschirm zu Bildschirm leicht abweichen und verfälscht dargestellt werden. Doch ich hoffe, dass du mithilfe der Fotos zumindest ein Gefühl für die Farben bekommst.

    Legierungen - die "Backmischung" deines Schmucks

    Um die Härte und die Eigenschaften der von Natur aus sehr weichen Reinmetalle zu verbessern, werden diese mit weiteren Metallen (z.B. Kupfer und Silber) zu sogenannten Legierungen zusammengeschmolzen. Vorstellen kann man sich das wie einen simplen Rührkuchenteig, dem weitere Zutaten wie Kakao oder Zitrone hinzugefügt werden, um Geschmack oder Konsistenz zu verändern. Im Laufe der Jahre haben sich gewisse Legierungen als Standards durchgesetzt, da sie die besten Eigenschaften (Haltbarkeit, Verarbeitung, Farbe etc.) miteinander vereinen.

    Die beiden klassischen Goldlegierungen sind 585/- Gold (14 Karat) und 750/- Gold (18 Karat).
    Der Hauptunterschied besteht im Goldanteil:

    585/- Gold

    585/- Gold besitzt 58,5% Feingold, der Rest sind Zusatzmetalle.

    Skizze Legierungsbestandteile

    750/- Gold

    750/- Gold besitzt 75,0% Feingold, nur ein Viertel des Ganzen sind Zusätze.

    Skizze Legierungsbestandteile

    Der höhere Feingoldanteil der 750/- Legierungen beeinflusst hierbei die Farben anders als die 585/- Legierungen. Beispielsweise weist 750/- Gelbgold einen intensiveren Gelbton auf als das vergleichsweise blass wirkende 585/- Gelbgold, während das 585/- Weißgold einen leicht kühleren Grauton aufweist als das eher warme Grau der 750/- Weißgoldlegierung.

    Welche der Legierungen sollte ich wählen?

    Das kommt ganz darauf an, welche Prioritäten Du setzt. Möchtest du ein wertvolles, Hochwertigkeit ausstrahlendes Schmuckstück, dann ist 750/- Gold eine tolle Wahl. Ist es Dir wichtig Ressourcen und Deinen Geldbeutel zu schonen, kannst Du mit 585/- Gold eine Legierung wählen, mit der Du Dich qualitativ nicht zu verstecken brauchst.

    Gold- und Silbernuggets


    Gold muss nicht immer gelb sein!

    Als Goldschmied verarbeite ich - wie der Name schon verrät - am häufigsten Gold. Feingold (pures Gold) hat eine kräftige, gelb leuchtende Farbe. Aber Schmuckstücke aus Gold müssen nicht immer gelb sein!

    Durch das Hinzufügen weiterer Metalle kann die Goldfarbe in den einzelnen Legierungen beeinflusst werden. Dadurch entsteht eine richtige Farbvielfalt - die bekanntesten Vertreter sind dabei Gelbgold, Rot-/Roségold und Weißgold. Daneben gibt es auch noch weitere, weniger verbreitete Farblegierungen, wie Aprikotgold, Roséweißgold oder Grüngold, bei Interesse melde Dich doch gerne persönlich!

    Gelbgold

    Gelbgold 585/- hat einen gelblichen, kühlen Farbton (links)

    Gelbgold 750/- hat einen intensiven, warmen Gelbton (rechts)

    Gelbgold ist die älteste uns bekannte Goldlegierung. Es wird aus Feingold mit Silber und Kupfer legiert. Gelbgold hat den Ruf klassisch und traditionell zu sein, kann aber mit einer modernen Mattierung auch heute noch viele Menschen begeistern.

    Besonders zu Menschen mit Oliveton in der Haut passt Gelbgold hervorragend.

    Farbvergleich 585/- und 750/- Gelbgold

    Roségold

    Roségold 585/- zeigt einen sanften Roséstich, kann aber je nach Licht noch sehr gelb wirken (links)

    Roségold 750/- zeigt nur einen Hauch Rosé, wirkt heller als 585/- Rosé (rechts)

    Roségold liegt absolut im Trend und wirkt auf viele sehr edel. Wie Gelbgold wird es mit Silber und Kupfer legiert. Je höher der Kupferanteil, desto rötlicher die Legierung. Genau wie Rotgold harmoniert Roségold für viele besser mit dem eigenen Hauttyp als klassisches "kaltes" Gelbgold.

    Vielfach kommt es zu Missverständnissen bei der Unterscheidung zwischen Roségold und Rotgold:
    Während Roségold farblich noch eng beim Gelbgold liegt, hat erst Rotgold eine gut erkennbare rötliche Färbung.

    Farbvergleich 585/- und 750/- Roségold

    Rotgold

    Rotgold 585/- hat einen farbintensiven, satten Rotton (links)

    Rotgold 750/- ist weniger intensiv  rotpink als 585/- Rotgold (rechts)

    Rotgold wird umgangssprachlich auch "Russengold" genannt, da der kräftige Kupfer-Farbton früher besonders in Osteuropa verbreitet war. Genau wie Roségold harmoniert Rotgold für viele besser mit dem eigenen Hauttyp als klassisches "kaltes" Gelbgold. Da die Verarbeitung aufgrund des hohen Kupferanteils nicht so toll ist, biete ich Rotgold nur auf Anfrage an.

    Achtung! Oft zeigt erst Rotgold den von vielen aus dem Modeschmuck-Bereich bekannten und gewünschten warmen "Roségold"-Farbton. Persönlich finde ich diesen aber einen Ticken zu unnatürlich.

    Farbvergleich 585/- und 750/- Rotgold

    Weißgold ("Graugold")

    Weißgold 585/- ist das dunkelste der weißen Edelmetalle, hat aber einen deutlichen Gelbstich (links)

    Weißgold 750/- ist etwas heller als Weißgold 585/-, hat ebenfalls einen sichtbaren Gelbstich (rechts)

    Weißgold ist eine der beliebtesten Goldlegierungn. Der warme Ivory-Unterton harmoniert fantastisch zu den meisten Hautfarben und verströmt beinahe einen Hauch von "vintage".

    Aber: Wer auf der Suche nach einem (kalt-)weißem Farbton ist, sollte lieber eine andere Wahl treffen.

    Farbvergleich 585/- und 750/- Weißgold


    Wieso ist Weißgold eigentlich weiß?

    Gelbgold besteht aus Feingold, Silber und Kupfer. So weit waren wir schon. Doch egal, in welchem Mischverhältnis man die zwei Zusätze zum Feingold hinzu legiert, das Ergebnis wäre niemals weiß. Es braucht ein viertes Metall mit einer entfärbenden Wirkung. Früher wurde dafür Nickel verwendet, doch da Nickel häufig allergische Reaktionen auf der Haut hervorruft, verschwindet Schmuck aus Nickelweißgold zunehmend in den Schatullen alter Damen.

    Heutzutage nutzt man stattdessen Palladium. Palladium ist ein Platin-Nebenmetall, beide werden oft simultan abgebaut und haben ähnliche Eigenschaften. Palladiumweißgold ist wesentlich allergiefreundlicher, wird jedoch nicht ganz so strahlend hell wie das frühere Nickelweißgold. Denn der Name "Weißgold" ist gewissermaßen ein Trugschluss, viel mehr schwankt die Farbe je nach verwendetem Palladiumanteil zwischen warmgräulich, creme bis hin zu dem von mir bevorzugten ivory (elfenbein).

    Farbvergleich Weißgold Natur vs. Rhodiniert

    der "Trick" mit Weißgold

    Wer im Schaufenster schon mal Weißgoldschmuck gesehen hat, wird sich jetzt denken: "Ich verstehe das Problem nicht, Weißgold ist doch total weiß."

    Das liegt an der Rhodinierung. Rhodinieren ist ein galvanischer Vorgang, bei dem in einem Bad mithilfe von Elektrizität eine hauchdünne Schicht Rhodium auf den Schmuck aufgebracht wird. Und da haben wir auch schon das Problem: diese Schicht ist hauchdünn.

    Wer Weiß(gold) wählt, sollte auch Weiß(gold) bekommen.

    Wer seinen rhodinierten Weißgoldschmuck täglich trägt, wird von der Rhodinierung nicht lange etwas haben. Denn schnell ist diese abgetragen und die unschöne (unweiße) Wahrheit kommt ans Licht. Zwar lässt sich die Rhodinierung auffrischen, doch zum einen ist dieser Vorgang sehr kostspielig, durch die verwendeten Chemikalien ist er zudem auch richtig schlecht für unsere Umwelt.

    Rhodiniertes Weißgold gaukelt etwas vor, was nicht für immer so bleiben kann. Es ist wie eine Tönung beim Friseur als permanente Färbung zu verkaufen - und nach dem ersten Mal Haare waschen denkt man "also so habe ich mir das nicht vorgestellt..." Ich als Goldschmiedin habe für mich daher entschieden, meinen Weißgoldschmuck "nackt" zu verkaufen, denn nur so können meine KundInnen eine bewusste und wohlüberlegte Kaufentscheidung treffen. Ihr erhaltet und behaltet genau das, was ihr gekauft habt.

    Zudem muss ich sagen, dass ich den warmen Ton von natürlichem Weißgold sehr liebe. Wenn man sich einmal von der Vorstellung gelöst hat, Weißgold solle aussehen wie Platin, hat die Farbe durchaus seinen Charme und harmoniert sehr schön mit vielen Hauttypen. In jedem Falle bekommt ihr von mir aber Schmuck, der seine Farbe ein Leben lang genau so behält wie an Tag Eins.

    Wenn du wirklich gerne Ringe aus einem weißen Material haben möchtest, dann schau dir unbedingt Platin an, denn Platin ist nicht nur deutlich weißer und heller als Weißgold, es ist auch härter, robuster und abriebfester.

    Platin 950/-

    Platin ist robuster und härter als Gold und Silber. Mit seiner 950/- Legierung ist es eines der am reinsten verarbeiteten Metalle.

    Platin bietet diesen reinweißen Farbton, den viele sich bei Weißgold wünschen. Es reagiert nicht mit Kosmetika/Parfum und gilt als hypoallergen (man kann darauf praktisch nicht allergisch sein).

    Der Abrieb von Platin ist minimal - während Goldketten nach jahrelangem Tragen einen Gewichtsverlust zu verzeichnen haben und Ringe mit den Jahren dünner werden und langsam verschleißen, halten Schmuckstücke aus Platin ihr Gewicht - und damit ihren Wert.

    Farbbeispiel 950/- Platin

    Palladium 950/-

    Palladium ist der Legierungszusatz, der bei Weißgold für das Entfärben verantwortlich ist. Die hervorragenden Eigenschaften könnten Palladium auch eigenständig zu einer tollen Wahl für Schmuck machen... wäre da nicht der hohe Preis. Palladium wird in der Automobilbranche für die Herstellung von Katalysatoren verwendet und hat seinen Preis seit 2018 verdreifacht. Daher steht Palladium auch gar nicht zur Auswahl als eigenständige Legierung, sondern wird nur als Bestandteil der Weißgoldlegierungen verwendet.

    Palladium ist sehr widerstandsfähig und robust, und ähnelt Platin sehr. Die Unterschiede zu Platin sind vor allem das Gewicht. Platin ist zudem hellweiß, wohingegen Palladium leicht gräulich ist.

    Farbbeispiel 950/- Palladium

    Silber 925/-

    Silber ist ein beliebtes Schmuckmetall, was vor allem durch seinen Preis besticht. Es ist sehr hell und auch um einiges leichter als die anderen Edelmetalle. Es eignet sich daher besonders für sehr große Schmuckstücke.

    Doch mit dem günstigen Preis kommen auch einige Nachteile, derer man sich bewusst sein muss. Silber ist sehr weich und bekommt daher schnell Gebrauchsspuren (Macken und Kratzer), sehr zarte Schmuckstücke verbiegen zudem leicht.

    Auch reagiert Silberschmuck mit dem in der Luft enthaltenen Schwefel zu Silbersulfid: Silberschmuck wird mit der Zeit unschön bräunlich anlaufen. Was Du dagegen tun kannst, erfährst Du in meinem Artikel zur Schmuckpflege.

    Farbbeispiel 925/- Silber

    Ist Silber für Trauringe geeignet?

    Für meinen Silberschmuck verwende ich immer 925/- Sterling Silber. Und auch wenn Silber für Schmuck ein wundervolles Material ist, lohnt es sich doch, über das Upgrade zu Gold nachzudenken, wenn es um die eigenen Trauringe geht. 

    Optimaler Weise trägt man seinen Trauring rund um die Uhr, wodurch er vielen mechanischen und chemischen Beanspruchungen ausgesetzt wird (beim Kochen, beim Transport schwerer Dinge, Kosmetika und Cremes etc). Und obwohl auch Gold- und Platinringe mit der Zeit zerkratzen und Macken ansammeln, sind die Kerben bei Silberringen nochmal tiefer und lassen sich schlechter herauspolieren beim Aufarbeiten.

    Vergoldest Du auch Silberschmuck?

    Ich weiß, Goldschmuck kann sehr kostspielig sein. Von einer Plattierung mit Gold oder Rhodium rate ich allerdings ab. Die Schicht ist sehr dünn und trägt sich mit der Zeit ab, sodass sie immer wieder erneuert werden müsste. Der Prozess dahinter ist zudem nicht gerade umweltfreundlich und benötigt viele aggressive Chemikalien.

    Aufgrund dieser Argumente kannst Du bei mir keinerlei beschichteten Schmuck erwerben. Stattdessen setze ich auf hochwertige Basis-Metalle, deren Farbe sich mit ein bisschen Abrieb nicht ändert. Reparaturen gestalten sich ebenfalls einfacher und auch allergische Reaktionen treten viel seltener auf.

    Mein Tipp an Dich: Beginne mit einem zarten Schmuckstück aus Gold und spare lieber ein wenig länger darauf hin. Auf lange Sicht hast Du damit weniger Stress und mehr Freude. Sprich mich auch gerne auf eine Ratenzahlung an!

    ich schütte Goldnuggets aus einer kleinen Tüte in meine Hand
    Legierungsrechnen, Rechnung von Hand auf Papier aufgeschrieben

    Verarbeitest Du auch 333/- Gold?

    Nein. Eine Legierung mit nur 33,3% Goldanteil besitzt im Umkehrschluss auch zwei Drittel Zusatz. Wenn ich Dir eine Cola anbieten würde, würde dann aber 333ml Cola mit 667ml Wasser mischen... Würdest Du es noch als Cola akzeptieren? Ich denke, glücklich wärst Du wahrscheinlich nicht.

    Die Eigenschaften dieser unedleren Zusatzmetalle setzen sich in der Legierung durch, sodass Schmuck aus 333/- Gold nicht nur mehr Verarbeitungsfehlern unterliegt, sondern auch mit der Zeit anläuft und deutlich schneller kaputt geht. 333/- Gold sollte viel eher als "goldhaltiges Material" bezeichnet werden, wie eine EU-Verordnung inzwischen auch vorsieht. Denn es kommt noch schlimmer: Rechnet man diese 33,3% Gewichtsprozent des Goldes in tatsächliche Volumenprozent um, bleiben nur noch erschreckende 18% Goldatome übrig. In anderen Worten: 82% aller Atome sind überhaupt kein Gold!


    Aber wieso existiert 333/- Gold dann überhaupt?

    Diese Legierung verwendet extrem wenig Gold, wodurch die Produktion solcher Schmuckstücke im Preis deutlich nach unten gedrückt werden kann. So entstehen industriell hergestellte "Echtgold"-Schmuckstücke zu attraktiven Preisen, ohne Rücksicht auf die damit verbundenen (erheblichen) Qualitätseinbußen.


    Nachteile von 333/- Gold:

    – reibt sich schnell ab und wird dünn und verschlissen
    – innere Spannungen sorgen dafür, dass das Material schnell spröde und brüchig wird
    – kann durch Umwelteinflüsse schnell dunkel anlaufen
    – verursacht viel häufiger Allergien und Hautreizungen
    – keine besonders kräftige Goldfarbe, wirkt blass und schnell "schmutzig"